Bündelungsfächer
Stand: 22.10.2010 (erstellt von M. Lenzen)
Berufsübergreifender Lernbereich
Religionslehre, Politik/Gesellschaftslehre, Deutsch/Kommunikation, Sport/Gesundheitsförderung
Berufsbezogener Lernbereich
Großhandelsprozesse, kaufmännische Steuerung & Kontrolle, Wirtschafts- und Sozialprozesse, Fremdsprachliche Kommunikation
Großhandelsprozesse
In diesen Fächern sind die Lernfelder zusammengefaßt, die die Kernprozesse im Groß- und Außenhandel darstellen. In einzelnen Lernfeldern werden spezifische Unterscheidungen zwischen Groß- und Außenhandelsprozessen vorgenommen. In zunehmend komplexeren Lernsituationen werden betriebswirtschaftliche, rechtliche, informationswirtschaftliche und kommunikative Kompetenzen zur kundenorientierten Auftragsbearbeitung sowie zur Kundengewinnung und Markterschließung entwickelt.
Im ersten Ausbildungsjahr geht es um die Erledigung von Einzelaufträgen sowohl im Binnen- als auch im Außenhandel. Ausgehend vom Absatzmarkt werden zunächst Kundenaufträge unter Nutzung eines Warenwirtschaftssystems bei vorhanden Waren bearbeitet. Verkaufs- und Gesprächstechniken sind dabei systematisch einbezogen.
Über die Steuerung von Beschaffungsprozessen wird die Komplexität der Auftragserledigung unter Nutzung von IT-Systemen erweitert und die warenbezogene Leistungserstellung in Groß- und Außenhandelsunternehmen erfasst. Außenhandelsspezifische wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen sowie die Kommunikation in einer Fremdsprache kennzeichnen fachrichtungsspezifische Anforderungen.
Kaufmännische Steuerung & Kontrolle
Zusammengefasst sind die Lernfelder, die sich auf Werteprozesse im Unternehmen beziehen. Zielsetzung ist die Planung und Kontrolle der betrieblichen Leistungserstellung und der Unternehmensentscheidungen. Die Schülerinnen und Schüler stellen den Unternehmenserfolg fest, ermitteln zu dessen Bewertung Kennzahlen und bewerten anhand der gewonnenen Daten die Erreichung der Unternehmensziele.
Im ersten Ausbildungsjahr erfassen die Schülerinnen und Schüler den Wertefluss anhand von Belegen und stellen diesen unter Beachtung rechtlicher und betrieblicher Vorgaben dar. Aus einem vorläufigen Abschluss der Konten lassen sich vermögens- finanz- und ertragswirtschaftliche Auswirkungen ableiten.
Im zweiten Ausbildungsjahr nutzen die Schülerinnen und Schüler verschiedene Systeme der Kosten- und Leistungsrechnung zur markt- und kostenorientierten Preisgestaltung. Leitende Prinzipien sind hierbei das Kostendenken und das Controlling.
Im dritten Ausbildungsjahr stehen Finanzentscheidungen im Großhandels- sowie im Außenhandelsgeschäft im Vordergrund. Der Jahresabschluss, dessen Auswertung und Aufbereitung in Kennzahlen sowie der Soll-Ist-Vergleich ermöglichen Controllings- und Planungsvorgänge zur Steuerung des Unternehmens und des unternehmerischen Handelns.
Wirtschafts- und Sozialprozesse
Mit den Lernfeldern dieses Fachs werden die Schülerinnen und Schüler in vielfältigen Gesellschaftsbezügen und gesamtwirtschaftlichen Verflechtungen sowie in den Sozialbeziehungen als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eines Unternehmens angesprochen. Sie erfahren darüber hinaus, dass individuelle mikroökonomische Handlungen auf der Basis makroökonomischer Rahmenbedingungen getroffen werden und auf diese zurückwirken.
Ausgehend von der betrieblichen Situation als Auszubildende und Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter, die durch gesetzliche Vorschriften und überbetriebliche Vereinbarungen unterstützt und geschützt werden, ordnen sie sich im ersten Ausbildungsjahr in ein neues kmplexes System mit vielfältigen sozisalen Beziehungen ein, übernehmen Verantwortung mit Rechten und Pflichten, die es angemessen wahrzunehmen gilt. Sie erfassen den Betrieb als Organisationseinheit mit vielfältigen innerbetrieblichen und außerbetrieblichen Beziehungen und Prozessen, die einer gemeinsamen Zielsetzung verpflichtet sind.
Im zweiten Ausbildungsjahr erfahren die Schülerinnen und Schüler in der Personalbeschaffung, Personalverwaltung und Personalentwicklung die betrieblichen personalwirtschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten zur Mitarbeitermotivation, zum Mitarbeitereinsatz und zur Mitarbeiterqualifikation. Sie erfassen sowohl aus betrieblicher als auch privater Perspektive die Wirkungen personalwirtschaftlicher Maßnahmen sowie des rechtlichen und sozialen Sicherungssystems und erschließen die Notwendigkeit einer sozialen Sicherung und privaten Vorsorge. Aus beruflicher aber auch aus persönlciher Sicht stellen nationale und internationale Rahmenbedingungen wichtige Einflussfaktoren dar, die als Entscheidungsparameter beim beruflichen und individuellen Handeln beachtet werden müssen. Entscheidungen nationaler, europäischer und internationales Institutionen gilt es zu erschließen, auf deren Handlungsrelevanz zu überprüfen und die Entscheidungen daran auszurichten. Als leitende Kompetenzen werden damit Informationsfähigkeit sowie Urteilsfähigkeit entwickelt.
Das dritte Ausbildungsjahr sieht berufsorientierte Projekte aus dem Groß- und Außenhandel vor. Ausgangspunkt sind damit berufliche Aufgabenstellungen, die allerdings vor dem Hintergrund unternehmerischer Entscheidungen, unter Beachtung organisatorischer, regionaler und gesamtwirtschaftlicher Gegebenheiten realisiert werden.
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