Projekt Medienkompetenz und Medienkritik
Wozu ein Projekt zur Förderung der Medienkompetenz?
- Medien sind zu einem selbstverständlichen Teil des Alltags geworden und spielen neben Elternhaus, Schule und Peergroups eine große Rolle im Sozialisationsprozess von Kindern, Jugendlichen und Jungerwachsenen.
- Insbesondere dem Leitmedium Fernsehen kommt bei der Identitätsfindung und bei der Vermittlung von Normen, Werten und Rollenbildern eine besondere Bedeutung zu.
- Die zunehmende Mediatisierung der Gesellschaft macht die Vermittlung von Kompetenzen im Umgang mit Medien dringend notwendig und die Förderung von Medienkompetenz muss auch ein wichtiges Anliegen der Schule sein.
- Das Thema „Medien“ ist mittlerweile in den Richtlinien bzw. Bildungsplänen aller Schulformen als Unterrichtsinhalt fest verankert, im Wirtschaftsgymnasium sogar in allen Jahrgangsstufen der Gymnasialen Oberstufe, in der Jahrgangsstufe 11,1 im Zusammenhang mit dem Themenbereich „Analyse und Klärung gelingender und gestörter Kommunikation in privaten und beruflichen Kontexten“. In der Jahrgangstufe 12,2 ist das Thema „Analyse und Bewertung medialer Inszenierungen“ und in der Jahrgangsstufe 13,2 das Thema „Analyse von Medienprodukten hinsichtlich der Gestaltung von Wirklichkeit“ vorgesehen.
Warum Fokussierung auf das Format „Zwei bei Kallwass“?
- An dem Format „Zwei bei Kallwass“ können die vom Lehrplan geforderten Inhaltsaspekte zum Thema „Medien“ besonders gut verdeutlicht werden.
- Am Beispiel der Gesprächsführung der moderierenden Psychotherapeutin Angelika Kallwass lernen die Schüler professionelle Gesprächs- und Konfliktlösungstechniken sowie einen beziehungsförderlichen Kommunikationsstil kennen.
- Die Sendung besitzt positive Prägekraft, da die moderierende Psychologin sich deutlich positioniert und entschieden Werte einfordert, wie z. B. Fairness, Toleranz, Aufrichtigkeit, Mut, Eigenverantwortung und Respekt.
- Das Format „Zwei bei Kallwass“ stellt eine konzeptionelle Besonderheit dar: Durch die Einbettung eines psychologischen, pädagogischen oder ethischen Problems in eine unterhaltsame Rahmengeschichte gelingt die Kombination von seriöser Beratung, Aufklärung und Unterhaltung.
- Trotz ihrer Fiktionalität zeichnen sich die Fälle dennoch durch eine große Realitätsnähe aus und greifen relevante und aktuelle Themen auf, wie z. B. Schulprobleme, Mobbing, Suchtproblematiken, Erziehungsfragen und Beziehungsprobleme.
- Die Konflikte und die gewählten Konfliktlösungen fordern zur Stellungnahme heraus und fördern das Entscheidungs- und Urteilsvermögen der Schüler.
- Die die Sendung produzierende Firma filmpool ermöglicht Schülergruppen einen Besuch der Produktionsstätte der Sendung, so dass die Schüler im nahegelegenen Hürth die Aufzeichnung mehrerer Kallwass-Sendungen als Publikum hautnah mitverfolgen können und sich somit medientheoretische und medienpraktische Ansätze verbinden lassen.
Warum ist ein Studiobesuch in Hürth eine sinnvolle Ergänzung des Unterrichts?
- Durch das Miterleben eines Produktionstages bekommen Schüler einen nachhaltigen und realistischen Einblick in das Medium Fernsehen.
- Die Schüler, die die Sendung aus dem Fernsehen kennen, erleben die Sendung vor Ort aus einem ganz anderen Blickwinkel.
- Sie können das Zusammenspiel zwischen der Regie, der Redaktion, der moderierenden Psychologin und den Laiendarstellern beobachten.
- Sie erleben die Vorbereitung und Durchführung von therapeutischen Aktionen und Visualisierungen.
- Sie können mediale Inszenierungstechniken, wie z. B. Emotionalisierung, dramaturgische Verdichtung und gelegentliche Überspitzung hautnah miterleben und kritisch reflektieren.
- Die Schüler erleben den Aufzeichnungstag nicht nur in der Rezipientenrolle als Publikum, sondern kommen dank vieler angebotenen Aktionsmöglichkeiten selbst ins Tun.
- Sie haben die Möglichkeit, in der Originalkulisse des Studios einen selbst erdachten Konfliktfall zu spielen.
- Dies umfasst nicht nur die schauspielerische Arbeit, sondern auch die Arbeit an den Kameras, in der Regie und in der Tontechnik.
- Den auf DVD aufgezeichneten Fall bekommen die Schüler als Erinnerung zur Verfügung gestellt.
- Die Schüler können einen Blick hinter die Kulissen einer Sendung werfen und lernen im Sinne einer Berufsorientierung verschiedene Berufsgruppen im Medienbereich kennen.
- Die Schüler werden ernst genommen und erfahren während des Studiobesuches eine besondere Zuwendung.
- Den ganzen Tag über werden die Schüler von einem persönlichen Publikumsbetreuer begleitet, der auch viele Fragen zum Geschehen hinter den Kulissen beantworten kann.
- Zu Beginn der Aufzeichnung im Studio begrüßt Frau Kallwass die Schülergruppe und führt sie in die Problematik der Fälle ein und am Ende des Aufzeichnungstages haben die Schüler noch die Gelegenheit zu einem Gruppenfoto und einem Gespräch mit Frau Kallwass.
- Die Schüler werden den ganzen Tag über bewirtet und erhalten noch einen Zuschuss für die Klassenkasse bzw. für eine Klassenfahrt.
Wie Schüler und Lehrer unserer Schule einen solchen Studiobesuch erlebten und wie die die Sendung moderierende Psychologin das Publikum wahrnimmt, zeigen folgende repräsentativen Statements:
Schülerstatements:
Der Blick hinter die Kulissen war eine lohnenswerte Erfahrung und anschaulicher als konventioneller Unterricht. Dadurch dass man die Sendung aus dem Fernsehen kennt und man beim Live-Dabeisein direkt das Mediengeschehen mitbekommt, kommt das Ganze viel besser rüber. Medienaspekte und –effekte werden deutlich, ohne dass man sich diese anlesen muss. Die Konfliktdarstellungen werden durch das Mitverfolgen des improvisierten Spiels der Laiendarsteller glaubhaft und real. Frau Kallwass als moderierende Psychologin ist sehr authentisch und professionell und ihre therapeutischen Aktionen und Konfliktlösungen sind sehr überzeugend.
Schüler der Bankfachklasse
Durch den Besuch bei „Zwei bei Kallwass“ haben wir gelernt, wie Medien, insbesondere das Medium Fernsehen funktionieren (Arbeit hinter den Kulissen, Kameraführung, Aufnahmetechnik, Regie etc.)
Schülerin des Leistungskurses Deutsch Jahrgangsstufe 12
Das hautnahe Mitverfolgen einer Aufzeichnung schult den kritischen Umgang mit Medien. Wir haben einen besseren Einblick in Inszenierungstechniken und deren intendierte Wirkungen bekommen, als dies medientheoretische Texte im Unterricht vermitteln können.
Schülerin des Grundkurses Deutsch der Jahrgangsstufe 13
Lehrerstatements:
Diese Sendung schafft es, durch anschauliche Darstellung von Konfliktsituationen und durch die Verdeutlichung von Lösungsstrategien den Zuschauern die Bedeutung von heute schwer vermittelbaren Werten aufzuzeigen.
Deutsch- und Religionslehrerin
Die Sendung übt eine gelungene Vorbildfunktion aus. Sie reizt, sofern es Frau Kallwass betrifft, zur Nachahmung in eigenen ähnlichen Lebenssituationen und damit zu befriedigenderem Verhalten.
Pädagogiklehrer
Die Schüler können als Zuschauer am Beispiel der moderierenden Psychologin eine Gesprächsführung beobachten, die sich durch eine von Respekt und Wertschätzung getragene zwischenmenschliche Beziehung und eine gelungene Kommunikation auszeichnet.
Deutschlehrerin
Statement von Frau Kallwass:
Die Anwesenheit des Publikums, vor allem der jungen Zuschauer, vertreten durch die Schüler/innen, ist für mich von großer Bedeutung. Das Studiopublikum ist mein erster Zuschauer; es spiegelt unmittelbar und lebendig das Erleben der Fälle – ich sehe die Gesichter vor mir, ich sehe die Körperhaltung, ich höre im nachträglichen Gespräch die verschiedenen Meinungen - durchaus auch kritische Äußerungen- und ich fühle mich am Ende jeden Aufzeichnungstages bereichert.
Besuch von Frau Kallwass an unserer Schule
Ein besonderes Highlight dieses Medienprojektes war der Gegenbesuch der Psychologin und Psychotherapeutin Frau Kallwass an unserer Schule. Sie stellte sich den Schülern des Deutsch-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 12, der Klasse 11 des Wirtschaftsgymnasiums und der Bankfachklassen als Expertin zur Verfügung und lieferte den Schülern Hintergrundinformationen zu ihrem Sendeformat. Darüber hinaus beantwortete sie Fragen zu ihrem privaten und beruflichen Werdegang mit großer Offenheit.
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