Berufsorientierung als Unterrichtsfach

In den letzten Jahren wurde das Unterrichtsfach "Berufsorientierung" als Unterrichtsfach durch die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer entwickelt. Dabei wurde ein Aufbau herangezogen, der die folgenden Module umfasst:

  • Modul 1 - Arbeitsmarkt-Szenario

Wie sieht der Arbeitsmarkt heute und in 10 Jahren aus?
Welche Entwicklungen fanden in der Vergangenheit statt und welche Perspektiven bieten sich?
Der Arbeitnehmer ist einem weitgehenden Lernprozess unterworfen, die einzelnen Berufsbilder ändern sich im Laufe der Jahre. Das eine Beschäftigungsverhältnis von der Ausbildung bis zur Rente gibt es heute nicht mehr!

  • Modul 2 - Berufssensibilisierung

Aus der Lebenswirklichkeit der Schülerinnen und Schüler, unter Berücksichtigung ihrer Hobbys und bereits erworbenen Fähigkeiten soll verdeutlicht werden, welche Facetten die Persönlichkeit des Einzelnen besitzt.
Im Selbstbild - entwickelt über verschiedene Analysemittel (z.B. Borakel-Test der Uni Bochum) - aber auch in der Wahrnehmung durch andere erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Einblick in ihre Persönlichkeit mit Stärken und Schwächen.

  • Modul 3 - Berufserkundung

Wie kann man aus der Vielzahl der etwa 350 Ausbildungsberufe den oder die richtigen für sich herausfinden? Selbst die Auswahl aus 50 kaufmännischen Ausbildungsberufen fällt noch schwer...
So ist es nur exemplarisch möglich, sich intensiv mit einzelnen Berufen zu beschäftigen. Innerhalb der Klasse oder übergreifend im Bildungsgang erarbeiten die Schülerinnen und Schüler sich Ausbildungsinhalte, Chancen und Möglichkeiten einzelner Berufe. Diese Informationen werden dann den Mitschülern vor- und zur Verfügung gestellt.

  • Modul 4 - Betriebsbesichtigung

In ein bis drei Betriebsbesichtigungen erhalten die Schülerinnen und Schüler direkten Kontakt zu den Verantwortlichen für die Ausbildung in den Unternehmen und Institutionen.
Personalleitung oder -sachbearbeiter vermitteln einen Eindruck vom Betrieb, den Arbeitsabläufen, Ausbildungsinhalten und natürlich auch dem eigentlichen Bewerbungsverfahren.
Worauf achtet der Betrieb bei der Auswahl seiner Auszubildenden? Welche Anforderungen gibt es? Und wann liegen K.O.-Kriterien vor?

  • Modul 5 - Die Bewerbung

In der Bewerbung werden die drei Bereiche

Persönlichkeit - Ausbildungsberuf - Betrieb

zusammengeführt. Bestenfalls kann der Schüler in der Bewerbung seine Stärken darstellen und damit deutlich machen, warum gerade er im ausgewählten Berufsbild für den Ausbildungsbetrieb der beste Bewerber ist.

  • Modul 6 - Das Bewerbungsverfahren

War die schriftliche Bewerbung erfolgreich, so muss der Schüler in der persönlichen Vorstellung überzeugen. Die Betriebe führen
- Einstellungstest
- Assessment-Center
- Vorstellungsgespräche
durch, um sich von den Fähigkeiten des Bewerbers zu überzeugen. Geklärt werden in diesem letzten Modul die Fragen, worauf die Betriebe achten, wie man von seiner Person überzeugen kann und welche Fallen es vielleicht gibt.

Im Rahmen des Unterrichts besuchen die Schülerinnen und Schüler im Übrigen ein dreitägiges Kommunikationsseminar zumeist in Königswinter. Hier schulen erfahrene Referenten aus der Praxis unserre Schüler.

Weiterhin führen unsere Kooperationspartner, die Barmer Ersatzkasse und die Techniker Krankenkasse eintägige Assessment-Center in unserem Berufskolleg durch.