Erfahrungsbericht: Erster Deutsch-Französischer Austausch der Kaufleute für Büromanagement am Berufskolleg

VON REBEKKA PRINCEN

Endlich war es soweit: Die französischen Praktikanten kamen am Siegburger Bahnhof an. Im Rahmen des Französischkurses des Berufskollegs wurde ein Austausch mit französischen Schülern, die genauso wie wir eine kaufmännische Ausbildung machen, angeboten. Drei Wochen sollte der Austausch gehen, davon wurden zwei Wochen lang Praktika in deutschen Ausbildungsbetrieben absolviert.

In der ersten Woche war jeden Vormittag Sprachkurs angesagt. Das hat den französischen Schülern noch einmal Sicherheit gegeben, sich in ihren Praktikumsbetrieben den sprachlichen Barrieren zu stellen. Nachmittags gab es dann kulturelles Angebot. Nach einem ersten Kennenlernen mit Buffet und Pizza im BK ging es am Dienstag mit einer Stadtführung in Siegburg weiter. Anfängliche Schüchternheit und kleine Annäherungsversuche? Gab‘s nicht. Wir haben uns von Anfang an super verstanden und waren noch am gleichen Abend zusammen in einer Bar etwas trinken. Am nächsten Morgen - etwas k.o. - ging es dann auch schon weiter.

In der ersten Woche haben wir viel erlebt. Wir waren im Haus der Geschichte und haben dort eine Führung auf Französisch bekommen. Unser Dolmetscher, Herr Kaschmer, hat für die deutschen Schüler parallel übersetzt. Herr Fischer kommt vom Deutsch-Französischen Sekretariat, einer staatlichen Organisation, die den Austausch ermöglicht und finanziell unterstützt hat. Nach der Führung haben wir uns die Bonner Innenstadt angeschaut. Hier durfte natürlich auch ein ausgiebiger Shoppingtrip nicht fehlen. Mein absolutes Highlight aber war der Bowlingabend mit gemeinsamem Abendessen in der L‘Osteria. In der Bowlingarena lief gute Musik und wir haben uns bei einem kalten Bier ausgelassen unterhalten. Da waren die Punkte dann erstmal zweitrangig. In den folgenden Tagen haben wir noch eine Wanderung im Siebengebirge gemacht und sind bei eisigen Temperaturen und Schneesturm den Ölberg hochgewandert.

Schneller als uns allen lieb war, war die erste Woche auch schon vorbei und die zwei Praktikumswochen sind gestartet. Aber auch hier konnten wir alle neue Erfahrungen sammeln und die Franzosen einen ersten Einblick in die Arbeitswelt erhaschen. An dieser Stelle ist es vielleicht interessant zu erwähnen, dass die Ausbildung in Frankreich zwei Jahre geht und nur auf schulischer Basis stattfindet. Ergänzt wird die Ausbildung dann durch „Internships“, also verschiedene Auslandspraktika, wovon das erste bei uns in Deutschland im Rahmen des Austausches stattfand.

Am letzten Abend haben wir dann schweren Herzens in der Schule Abschied genommen. Wir haben Reden auf Französisch und auf Deutsch gehört und noch einmal lecker zu Abend gegessen. Jeder Abschied ist schwer – doch für viele von uns geht es im November zu unseren Austauschpartnern nach Frankreich. Dem Wiedersehen schauen wir alle schon freudig entgegen.