Berufskolleg Siegburg erneut erfolgreich beim Projekt „Jugend und Wirtschaft“ der FAZ und des Bankenverbandes

Berufskolleg Siegburg erneut erfolgreich beim Projekt „Jugend und Wirtschaft“ der FAZ und des Bankenverbandes

Nach dem Schulpreis im vorletzten Jahr und dem Artikelpreis im letzten Jahr wird dieses Jahr wieder ein Deutsch Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12 unter der Leitung von Studiendirektorin Angelika Krombach für „überdurchschnittliches Engagement und herausragende Artikel“, so die Jury, ausgezeichnet – und das gleich doppelt: mit dem Artikelpreis und dem Schulpreis.

Mit dem Artikelpreis prämiert wurde am 13. September Mia Lebbäus, die insgesamt drei Artikel verfasst hat, von denen bereits zwei Artikel als Aufmacher im Wirtschaftsteil der FAZ erschienen sind, ein Artikel über den Düsseldorfer Karnevalswagenbauer Jacques Tilly am 2. Februar und ein Branchenbericht über Ostereierfärbereien am 6. April. Der dritte Artikel über die Glasmanufaktur Freiherr von Poschinger, der ältesten Glasdynastie der Welt und seit 1568 in ununterbrochenem Familienbesitz in der nunmehr 15. Generation, wurde am 14. September veröffentlicht, kurz nach der Preisverleihung in Berlin.

Schon die Themenwahl zeigt das strategisch kluge Vorgehen der Schülerin. Denn mit der jahreszeitlichen Verbindung der für die ersten beiden Artikel gewählten Unternehmen konnte sie relativ sicher sein, dass der Artikel über den Karnevalswagenbauer während der Karnevalszeit und der Artikel über die Osterfärbereien in der Osterzeit erscheinen würde.

Aber auch bei der Recherche für ihre Artikel zeigte Mia Lebbäus überdurchschnittliches Engagement. In allen Artikeln beleuchtete sie die Unternehmen aus unterschiedlichen Perspektiven und suchte das Gespräch mit jeweils zwölf bis dreizehn Experten. So interviewte Mia für ihren Artikel über Jacques Tilly zum Beispiel nicht nur den Karnevalswagenbauer selbst, sondern unter anderem auch die Geschäftsführer der Düsseldorf Marketing&Tourismus GmbH und der IHK, den Präsidenten des Comitee Düsseldorf Carneval e.V., den ehemaligen Chefdesigner der Mainzer Karnevalswagen, und sogar den Kölner Kabarettisten Jürgen Becker, um nur einige wenige zu nennen. Bei allen Unternehmen gelang es Mia auch mit großer Hartnäckigkeit, die zentralen ökonomischen Daten wie Umsatzzahlen, Verkaufszahlen, Marktanteile, Kosten, Preise etc. zu erfragen, und dann aus all den Informationen einen interessanten, unterhaltsamen Artikel zu verfassen.

Den Herausgeber der FAZ, Holger Steltzner, beeindruckte Mias Schreibtalent so sehr, dass er sie persönlich nach der Preisverleihung in Berlin zu einer privaten Führung durch die Berliner FAZ Redaktion und zu einem anschließenden Gespräch bei einem gemeinsamen Essen eingeladen hat.

Als Preis für ihre herausragenden Artikel erhält Mia ein iPad und ein digitales Jahresabo der FAZ.

Da nicht nur Mia Lebbäus, sondern alle Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses veröffentlichungswürdige Artikel geschrieben haben, erhielt der gesamte Kurs auch einen der drei begehrten Schulpreise in Höhe von 2500 Euro für das überdurchschnittliche Engagement und die hervorragenden Artikel. Alle Schülerinnen und Schüler haben zwei Artikel verfasst, vier sogar drei Artikel. Fünf von den Artikeln sind bereits im Wirtschaftsteil der FAZ erschienen, drei in der Projektzeitung. Eine ganze Reihe fertiger, gut recherchierter und spannend geschriebener Artikel hat noch bis Ende des Projektjahres im Dezember sehr gute Chancen, auch noch veröffentlicht zu werden.

Die Themenpalette reicht von wirtschaftsethisch geprägten Geschäftsmodellen mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit , z.B. einzelnen Initiativen der Gastronomie gegen Lebensmittelverschwendung, über die Unternehmensporträts von Weltmarktführern und Hidden Champions -auch aus dem regionalen Umfeld- bis zu skurrilen Geschäftsideen wie der Entwicklung einer Anti-Schnarchschiene, der Konstruktion von Rollstühlen für Hunde oder das Angebot eines Oldtimerhotels für die „Senioren“ unter den Automobile.

„Jugend und Wirtschaft“ ist ein Medien- und Wirtschaftsprojekt für den Schulunterricht, das von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und dem Bundesverband deutscher Banken im Jahr 2000 ins Leben gerufen wurde.

Ziel des Projektes „Jugend und Wirtschaft“ ist es, das Interesse von Schülern für wirtschaftliche Zusammenhänge zu wecken und zu fördern, sie zur Lektüre auch des Wirtschaftsteils einer Zeitung zu motivieren und sie schließlich auf der Basis systematischer Lektüre und Recherche zum Schreiben eines Artikels zu befähigen.

Während des Projektes, das jedes Jahr im September beginnt und das sich über ein Schuljahr erstreckt, erhält der gesamte Kurs ein Freiabonnement der F.A.Z. sowie einen kostenlosen Zugang zum F.A.Z. Archiv.

Der ganze Kurs arbeitet während dieses Schuljahres im Unterricht mit der Zeitung, insbesondere mit dem Wirtschaftsteil. Aber die Schüler lesen und analysieren nicht nur die Artikel der F.A.Z., sie schreiben auch eigene Berichte für diese renommierte deutsche Tageszeitung und erhalten auf diese Weise eine Einführung in das journalistische Schreiben zu Wirtschaftsthemen und üben sich im Verfassen von Artikeln. Ziel ist es, über noch wenig bekannte Unternehmen, sogenannte Hidden Champions, oder ungewöhnliche Geschäftsmodelle zu berichten. Dazu wählen die Schüler nach ihren persönlichen Interessen spezielle Wirtschaftsthemen aus, die sie über die Dauer des Projektes in der Zeitung verfolgen. Außerdem muss das ausgewählte Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal haben und in der F.A.Z. darf noch nicht über das Unternehmen bzw. das Geschäftsmodell berichtet worden sein. Zu ihren Themen müssen die Schülerinnen und Schüler intensive Recherchen durchführen, die betreffenden Unternehmer bzw. Vertreter der Geschäftsleitung, Kunden und Verbandsvertreter interviewen und Zahlen, Daten und Fakten, wie z.B. Umsatzzahlen, Verkaufszahlen, Preise, Gewinne sammeln. Diese Informationen sind so fundiert und interessant aufzuarbeiten, dass daraus ein Artikel entsteht, der den hohen Ansprüchen der F.A.Z. genügt und der die Chance hat, im Wirtschaftsteil abgedruckt zu werden. Eine Auswahl der besten Wirtschaftsartikel von überregionaler Relevanz wird jeden ersten Donnerstag im Monat und zusätzlich einmal im Quartal auf der eigens für das Projekt eingerichteten Seite „Jugend und Wirtschaft“ veröffentlicht. Zusätzlich erscheint vier Mal im Jahr die Projektzeitung „kleine Zeitung“ mit ebenfalls ausgewählten Artikeln der Schülerinnen und Schüler. Pädagogisch betreut wird das Projekt außer von der Kursleiterin von Herrn Dr. Horstschäfer vom IZOP Institut in Aachen und der FAZ Wirtschaftsredakteurin Lisa Becker, die die eingereichten Artikelentwürfe kommentieren und wertvolle Tipps für die Endfassung des Artikels geben. Das Schreiben eines Artikels für den Wirtschaftsteil der F.A.Z. stellt für die Schüler eine große Herausforderung dar, nicht nur wegen des hohen journalistischen Niveaus der Zeitung, die im Ranking der besten Wirtschaftsredaktionen gerade den 1. Platz erhielt, sondern auch wegen der großen Konkurrenz und der hohen Anzahl für die Veröffentlichung geeigneter Artikel. In den letzten Projektjahren nahmen in den jeweils 60 Kursen der ausgewählten Schulen jedes Jahr zwischen 1500 und 2000 Schülerinnen und Schüler an dem Projekt teil, und es wurden immer zwischen 500 – 600 Artikelentwürfe eingereicht. In jedem Projektjahr werden auf den 16 Seiten insgesamt aber nur 64 Schülerartikel veröffentlicht, d.h. im Durchschnitt brachte es jede Schule auf einen Artikel. Dem Berufskolleg Siegburg gelang es bereits im Projektjahr 2013/2014 vier Artikel in der F.A.Z. und einen in der Projektzeitung zu veröffentlichen. Im Projektjahr 2014/15 waren die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler besonders erfolgreich: Insgesamt wurden sieben Artikel im Wirtschaftsteil gedruckt, einer in der Projektzeitung. Für dieses überdurchschnittliche Engagement der ganzen Gruppe ist der Kurs mit einem der drei Schulpreise in Höhe von 2500 Euro belohnt worden. Dass es einer Schülerin oder einem Schüler wie im Projektjahr 2015/16 Lea Hemmersbach gelingt, gleich zwei eigene Artikel im renommierten Wirtschaftsteil der F.A.Z. zu veröffentlichen, kommt ganz selten vor und ist mit dem Artikelpreis besonders gewürdigt worden.

Aber auch die anderen Teilnehmer des Leistungskurses im letzten Projektjahr zeigten großen Einsatz. So konnten die Schüler und Schülerinnen insgesamt elf Artikel in der F.A.Z. veröffentlichen, sieben davon waren die großen Aufmacher auf der Projektseite, zwei Artikel erschienen in der Projektzeitung.

Im Projektjahr 2016/17 steigerte der neue Leistungskurs von Frau Krombach nochmals das Engagement mit 44 verfassten Artikelentwürfen. Dafür wurde der Kurs mit dem Artikelpreis für Mia Lebbäus prämiert, der es sogar gelang, drei Artikel zu veröffentlichen, und zusätzlich mit dem Schulpreis für alle Teilnehmer/innen des Leistungskurses, „die sich mit den sehr zahlreichen tollen Artikeln ja untereinander die größte Konkurrenz um die freien Plätze auf der `Jugend und Wirtschaft` Seite der FAZ machen“, so der Kommentar Dr. Horstschäfers vom IZOP Institut. Besonders beeindruckt haben die vielen Interviews der Schüler mit hochrangigen Experten, beispielsweise mit Geschäftsführern der Unternehmen und Verbände und mit Wissenschaftlern, um nur einige zu nennen.

Das Berufskolleg Siegburg ist das einzige Berufskolleg überhaupt, das in den 17 Jahren des Bestehens dieses anspruchsvollen Medien- und Wirtschaftsprojektes mit einem Preis ausgezeichnet wurde, und das drei Mal in Folge. Insgesamt sind in den vier Jahren der Teilnahme der Deutsch Leistungskurse an dem Projekt 27 Artikel im Wirtschaftsteil der FAZ und 6 Artikel in der Projektzeitung erschienen. Das ist angesichts der Konkurrenz der vielen Gymnasien, der vielen Privat- und Internatsschulen eine herausragende Leistung der Schüler/innen des Berufskollegs.

Alle Kursteilnehmer durften Mia Lebbäus, die Schulleiterin Daniela Steffens und die Kursleiterin Angelika Krombach zur feierlichen Preisverleihung am 13. September in Berlin begleiten. Die Laudatio hielt der FAZ Herausgeber Holger Steltzner und die Festrede die Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Im Anschluss daran hatte Mia Lebbäus zusammen mit den beiden anderen Artikelpreisträgern die Gelegenheit, die Festrednerin zu interviewen.

Das Preisgeld nutzte der Kurs zur Verlängerung des Berlinaufenthalts um drei Tage. Auf dem Programm standen der Besuch des Bundestages und des Bundeskanzleramtes, eine Führung durch das Museum für Kommunikation mit anschließendem Workshop zur Medienkompetenz und Medienkritik, der Besuch des interaktiven Museums „The Story of Berlin“, die abendliche „Ton- und Lichtshow zur Deutschen Geschichte“ beim Abgeordnetenhaus sowie der Besuch des Kabaretts „Distel“ und die Besichtigung zahlreicher Sehenswürdigkeiten Berlins.

Auch für das Schuljahr 2017/18 konnte sich Frau Krombach mit ihrem Deutsch Leistungskurs erneut qualifizieren und damit nimmt das Berufskolleg Siegburg zum fünften Mal in Folge an diesem renommierten Nachwuchswettbewerb für junge Journalisten teil.

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